Operation Chaos

 

Die Hacker-Rhizome Lulzsec und Anonymous und deren "Kriegserklärung"

Nach den gehäuften Hackerangriffen in den letzten Tagen und Wochen wirkt es wie ein logischer Schritt, dass die beiden Gruppen, die im Zusammenhang mit dieser Form des Hacktivismus am häufigsten genannt werden, auch verbal zum Generalangriff blasen. Ist das der Startschuss für eine ernstzunehmende Cyberguerilla oder sind das Jugendliche mit zu hohem Testosteronspiegel? Oder gar Provokateure mit klarem politischem Auftrag?

Der besagte Text gibt zur Beantwortung dieser Fragen zunächst wenig her. Regierungen aller Art und Bonzen ["fat cats"] sollen Gegner und Ziele sein. Das ist sehr allgemein und daher maximal anschlussfähig. "Die da oben" mag ja keiner, und es gibt gute Gründe dafür. Aber man hätte es dann doch gern etwas genauer, und da kommt bloß der Satz:

Hauptsächliche Ziele sind Banken und andere hochrangige Einrichtungen.

Auch wenn die Wut auf "die Banken" ebenfalls verständlich ist, ist das doch ein wenig dürftig. Warum sind Banken die Hauptziele? Geht es hier um einen Angriff auf die Geldverwaltungsbürokratie des Kapitalismus? Oder wird wieder einmal der Finanzkapitalismus als Treibstofftank mit der Maschine selbst verwechselt? "Die Bonzen" werden so beschrieben:

Wie wir wissen, fahren Regierungen und ihre terroristischen "Sicherheitsexperten" weltweit damit fort, unseren Internetozean zu beherrschen und zu kontrollieren. Sie sitzen selbst fein auf ganzen Häfen voller Beute, und denken es sei akzeptabel, alle Schiffen, die ihnen über den Weg fahren, zu regulieren und zu versklaven.

Ansonsten gibt es ein wenig kryptisches Gerede, das man mit viel gutem Willen als den Ansatz einer verbalen Bündnispolitik betrachten könnte, die "Operation" bekommt einen Namen ["#AntiSec"] und das war es auch schon. Ein bisschen hört sich das Ganze an, als habe Captain Jack Sparrow seine Wut auf die Flotte der Krone in eine Kriegserklärung gegossen und beabsichtige nun, mit einer Handvoll klappriger Seelenverkäufer den Kampf zum Gegner zu tragen.

Tanz auf schmalem Grat

An der Erklärung fällt nicht nur die gedankliche Unschärfe auf, sondern auch ein spezifisches Gemisch von grandioser Selbstüberschätzung und Selbstironie. Auch dieser Tanz auf dem schmalen Grat zwischen Kriegsgetrommel und Firlefanzerei ist nicht ganz neu - man erinnere sich nur an die Erklärungen von Subcommandante Marcos, an Aktionen der Kommunikationsguerillaoder an weiter zurückliegende Texte der Weathermenoder der Angry Brigade. Bezüge zu anarchistischen Ideen ("Freiheit" scheint den Hackern ein großes Anliegen zu sein) und zum Diskordianismus sind unübersehbar.

Und dem Dadaismus steht man auch nicht allzu fern, wie die jüngst bekannt gewordene Ankündigung zur bevorstehenden Selbstauflösung von Lulzsec deutlich macht. Diese Ankündigung muss man freilich nur so ernst nehmen wie jedes andere dadaistische Manifest auch: da es eine "Gruppe" mit Statuten, Mitgliedsbeitrag und Jahresversammlung nie gegeben hat, kann man sich auch auflösen, umbenennen, neugründen ganz wie's beliebt.

Das ist alles in Maßen witzig und kühn. Es kann auch kein Zweifel daran bestehen, dass sich um die beiden Gruppen und durch sie eine Art Folklore entwickelt hat - die Popularität der Masken aus V wie Vendetta, zuerst von Anonymous im Kampf gegen Scientology eingesetzt, die Lulzsec-Kritzeleien auf den gehackten Websites und ihre emblematische Wirkung im ganzen Netz - so was geschieht nur, wenn es eine Menge Leute gibt, die mit "klammheimlicher Freude" auf die Aktionen der Hacker reagieren.

Wenn man die Kriegserklärung als Willensbekundung zur Radikalisierung des Wikileaks-Ansatzes sieht, kann einem auch ein wenig flau im Magen werden. Die Kriegsklärung bezieht sich in einem Abschnitt deutlich auf das zentrale Anlegen von Wikileaks:

Oberste Priorität haben der Diebstahl und die Veröffentlichung geheimer Regierungsinformationen, E-Mail-Archive eingeschlossen.

Hilfestellung der Hacker für die "Bonzen"?

Wikileaks ist dem eigenen Verständnis nach ein Verstärker von "zugespielter" Information, und Julian Assange sowie Bradley Manning erfahren gerade, was es bedeutet, von den großen "Diensten" als ernsthafte Gegner wahrgenommen zu werden. Lulzsec/Anonymous gehen aber einen Schritt weiter, indem sie nicht warten, bis ihnen etwas zugespielt wird, sondern es selber in ihren Besitz bringen, zum Beispiel internes Material der Polizei von Arizona.

Wenn die Dienste und ihre Auftraggeber auf eine Gelegenheit gewartet haben, so richtig Gas zu geben, dann sind Lulzsec/Anonymous ihnen mit ihrem Aktionismus soeben zu Hilfe geeilt. Dann ergeben sich schon Parallelen zu den Prozessen, die Ende der Sechziger zur verfehlten Radikalisierung, Zersplitterung und letztlich zur Niederlage eines breiten emanzipatorischen Impulses in der Weltgesellschaft geführt haben.

In der Tat kommt die Hilfestellung der Hacker für die "Bonzen" und ihre Kontrollbegehrlichkeiten so pünktlich, dass man sich schon fragen kann, ob hier nicht doch bewusste oder unbewusste, weil ferngesteuerte Provokateure am Werk sind. "Widerstand" wird zu wenig geleistet, gewiss. Aber man sollte sich schon genauer anschauen, wer in wessen Namen gegen wen und zu welchen Zwecken Widerstand leistet.

 

1 Kommentar 28.6.11 10:53, kommentieren

Panikmache gegen Hacktivisten


Florian Rötzer 06.06.2011

Anonymous hat mit einem DDoS-Angriff die Website des französischen Atomkonzerns EDF kurzfristig lahmgelegt

Am 2 Juni hat Anonymous einen DDoS-Angriff auf die Website des staatlichen französischen Atomkonzerns EDF ausgerufen. Offenbar mit Erfolg wurde die Website des Konzerns zeitweise unzugänglich, wie gestern auch der Spiegel berichtete, der aus einer vergleichsweise harmlosen Attacke von wie immer auch politisch motivierten Hacktivisten einmal mehr versucht, eine drohende Bedrohung von Atomkraftwerken und Stromnetzen abzuleiten.



Aufgerufen hatte zur Aktion letzte Woche eine neu gegründete Untergruppe von Anonymous. Operation Green Rights hat, wie es sich gehört, auch ein Manifest veröffentlicht, in dem der seit einiger Zeit von Anonymous propagierte Kampf für Menschenrechte und Informations- und Kommunikationsfreiheit nun auch auf den Naturschutz und eine "freie grüne Energie" erweitert wird.

Man will irgendwie eine "zivilisierte Welt" erreichen, die "Respekt für das Leben und die Natur an sich" zeigt und ebenso irgendwie nicht mehr von Gier und Geld sowie großen Konzernen beherrscht wird. Wie das durch Proteste im virtuellen Raum erreicht werden soll, ist völlig schleierhaft. Es handelt sich, wie schon bei Anonymous insgesamt um einen Aktionismus um des scheinbar Guten willen. Aus der dezentralen anonymen Struktur der virtuellen Horde, der sich punktuell jeder anschließen kann, dürfte es auch unmöglich sein, eine organisierte Opposition mit konkreten politischen Zielen für eine andere Weltgesellschaft (?) zu bilden, so dass es bei DDoS-Aktionen bleibt, die so flüchtig und folgenlos wie Flashmobs sind.


Anonymous hatte sich bereits hinter WikiLeaks gestellt und Server von Unternehmen zeitweise lahmgelegt, die der US-Regierung gehorchten und WikiLeaks nicht mehr hosteten oder Möglichkeiten unterbanden, die Organisation durch Spenden zu unterstützen. Während der arabischen Revolten wurden in Solidarität mit den Protestierenden immer wieder Websites der jeweiligen Regierungen in Ägypten, Tunesien, Libyen, Syrien und anderswo lahmgelegt.

Anonymous betont, dass sie nicht in die Server eindringen und Daten zerstören oder klauen. So waren sie beispielsweise nicht für den Angriff auf Sony Pictures in der letzten Woche verantwortlich, wie zuerst vermutet wurde. Hier drang die Gruppe LulzSec in den Server ein und konnte auf ungeschützte Daten von einer Million Nutzern zugreifen. DDoS-Angriffe werden von Hacktivisten verglichen mit Sit-Ins und gelten als Protestformen im Internet, in dem im Unterschied zum realen Raum in demokratischen Rechtsstaaten die Möglichkeit, öffentlich zu demonstrieren noch nicht geklärt ist. Das ist auch deswegen schwieriger, weil im virtuellen Raum, wie die Aktionen von Anonymous vor Augen führen, Proteste international organisiert sein, aber ein Ziel in einem Staat wie eben eine vom französischen Konzern EDF betriebene Website betreffen können, die allerdings auch weltweit erreichbar ist.


Vermutet wird vom Spiegel, dass der Staatsanwaltschaft Paris der Plan zu Ohren gekommen sein könnte, weswegen diese sich mit einem Rechtshilfeersuchen an die deutsche Staatsanwaltschaft wandte, die am 20. Mai einen Durchsuchungsbeschluss für Rechner einer Firma erwirkte, die auch Server der Piratenpartei hostet. Gut möglich, dass die Aktion im Vorfeld diskutiert wurde, die Durchsuchung scheint aber nicht sonderlich hilfreich gewesen zu sein, um die Protestaktion ganz zu verhindern, auch wenn sie im Gegensatz zu anderen Aktionen wie bei den WikiLeaks-Protesten gegen PayPal oder Visa keinen großen Anklang gefunden hat und daher auch wenig bewirkte.

Die deutschen Konzerne, die AKWs betreiben, hatten offenbar auch Sorge, dass sie zum Ziel von Angriffen werden könnten. Sie sollen ihre Sicherheitsmaßnahmen verstärkt haben, passiert ist aber nichts. Hätte die Aktion gegen EDF auch einen wichtigen Part in Deutschland, so wäre verwunderlich, warum die deutschen Atomkonzerne nicht zum Ziel wurden. Sie kämpfen zwar in Deutschland nur um die Laufzeitverlängerung und gegen die Brennelementesteuer, wollen aber im Ausland neue AKWs bauen.


Im Spiegel-Artikel geht das Blockieren einer Website fließend über in Angriffe gegen Industrieanlagen, die wirklich gefährlich oder schädlich sein können. Dramatisch heißt es:

Schon länger warnen IT-Sicherheitsexperten davor, dass gezielte Attacken Industrieanlagen und die Stromversorgung in westlichen Ländern lahmlegen könnten. Im April hatte das Sicherheitssoftware-Unternehmen McAfee eine Studie mit dem Titel "In the Dark" veröffentlicht. Darin warnen die Autoren davor, dass wir schon bald buchstäblich im Dunkeln sitzen, wenn Stromversorger sich nicht ausreichend vor Software-Schädlingen schützen.

Belegt wird das Szenario mit dem Stuxnet-Virus, der angeblich von den USA und/oder Israel entwickelt wurde, um gezielt Steuerungssoftware von Siemens zu manipulieren, die für die Zentrifugen des iranischen Atomprogramms verwendet wird. Experten sind allerdings der Meinung, dass Stuxnet einen so hohen Aufwand erforderte, dass er nur mit staatlichen Ressourcen produziert werden konnte. Zudem dürfte der Virus auch nicht über das Internet verbreitet worden sein, man vermutet, dass dies über ein USB-Speichermedium geschehen ist. Es wäre also richtiger, nicht die Angst vor Hackern oder Hacktivisten zu schüren, sondern die vor Militärs in den entsprechenden Cyber-Kommandos oder vor Geheimdiensten.

Der Spiegel-Artikel dramatisiert mustergültig die angebliche Gefährdungslage noch einmal, indem er darauf hinweist, dass das Pentagon beabsichtigt, auf schwere Cyberangriffe auch mit konventionellen Waffen antworten zu können (Militärische Antwort auf Cyber-Angriffe). Es wäre ja interessant zu sehen, wie das Pentagon mit Raketen gegen Gruppen wie Anonymous vorgehen würde, also mal in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA schnell mit einer Drohne oder einer Cruise Missile ein Haus zerstört, in dem ein Jugendlicher sich an einer DDoS-Aktion beteiligt?

Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun. Während es bei Anonymous und Co. um eine bürgerrechtliche Frage geht, welche Protestformen legitim sind, geht es bei Stuxnet um die Dimension des Cyberwar und damit um ein mögliches internationales Abrüstungsabkommen, um ein digitales Wettrüsten zu verhindern, das bereits eingesetzt hat.

1 Kommentar 17.6.11 13:09, kommentieren

Sind wir ins Zeitalter des Cyberwar und der Schwärme eingetreten?

Florian Rötzer 30.04.2010

Der bekannte Militärstratege John Arquilla hält trotz der Erfahrungen in Afghanistan und im Irak am Blitzkrieg-Modell des Cyberwar und der informationstechnischen Revolution der Kriegsführung fest

1993 schon hatte John Arquilla den Anbruch des Zeitalters der Cyberwars in einem Artikel mit David Ronfeldt angekündigt. Der Cyberwar werde ziemlich alle Militärdoktrinen umwerfen, weil man nun in und auf der Grundlage von Netzwerken denken und kämpfen müsse und irreguläre Kriege mit nicht-militärischen Gegnern führe. Was der Blitzkrieg im 20. Jahrhundert gewesen sei, werde im 21. Jahrhundert der Cyberwar, prophezeite er 1993 in Cyberwar is coming an.

Netzwerke haben nicht nur die Eigenschaft, zugleich global und dezentral zu sein, plötzlich können auch einzelne und kleine Gruppen Staaten und ihren Militärmaschinen gefährlich werden. Mächtig ist nun, wer über die besseren Informationen verfügt und sich schnell bewegen kann (siehe auch in Telepolis das Interview mit Arquilla: Be Prepared: Cyberwar is Coming - Or Maybe Not). Die Terrorangriffe vom 11.9. 2001 waren für den Militärstrategen daher eine Bestätigung seiner Thesen.


Arquilla war Berater von RAND, wo er die These vom künftigen Informationskrieg entwickelte, und ist Direktor des Zentrums für Informationsoperationen an der US Naval Postgraduate School. Er steht hinter der Idee der informationstechnischen Revolution, die den ehemaligen US-Verteidigungsminister Rumsfeld in Form der "Revolution in Military Affairs" umtrieb. Um sich dem neuen Zeitalter anzupassen, muss das Militär umgebaut werden und auf der Grundlage der digitalen Netze mit kleinen Gruppen in einer flachen Organisation schnell und präventiv zu handeln. Auf diesem Hintergrund wurde auch der Beginn des Afghanistankriegs mit der Bombardierung aus der Luft und wenigen Spezialeinheiten auf dem Boden geplant. Das lief gut und schien überzeugend, Rumsfeld jubelte (Rechtzeitiger Angriff ist manchmal die beste Verteidigung), bis dann das Nation Building anstand, was ein ganz anderes Konzept und viele Soldaten auf dem Boden vor Ort bedeutete.

In Afghanistan hat sich das Konzept des Cyberwar und der informationstechnischen Revolution nicht bewährt, im Irak zieht man sich zurück. Allerdings hat sich bestätigt, dass die Aufständischen und Terroristen in den asymmetrischen Kriegen in den Infowar eingetreten sind und die digitale Kommunikation oft besser nutzen können als das mächtige US-Militär mitsamt den zahlreichen Geheimdiensten. Rumsfeld hatte sich darüber öfter bitter beklagt und immer wieder versucht, die strategische Kommunikation auszubauen (Niederlage im Medienkrieg.

Man hätte denken können, dass Arquilla angesichts der misslichen Lage des militärisch geführten Antiterrorkampfes in Afghanistan und im Irak sein Konzept hinterfragt oder zumindest einengt. Weit gefehlt. Für ihn hat sich nur das Pentagon nicht schnell genug gemäß der informationstechnischen Revolution transformiert. In einem Beitrag mit dem programmatischen Titel The New Rules o War in Foreign Policy wiederholt er nun seine alte Kritik am Pentagon, das auf große Waffensysteme und große Armeen setzt, auch wenn die Waffen kleiner und präziser werden. Die "Shock and Awe"-Strategie des überwältigenden Einsatzes militärischer Macht wird von ihm kritisiert, die aber hat tatsächlich erst einmal zu einer schnellen Eroberung des Irak geführt. Allerdings setzt das Pentagon bzw. der militärisch-politisch-industrielle Filz, früher genannt Militärisch-Industrieller Komplex, weiterhin und trotz vieler Einsparungen auf große und teure Schiffe, Flugzeuge, Panzer und das "Future Combat System". Arquilla aber meint, dass die neuen Kriege gegen Aufständische und "smart states" billiger und weniger destruktiv geführt werden könnten, wenn man auch die "kollektive Intelligenz" einsetzt, die durch Vernetzung gefördert wird.

Der Feind muss erst gefunden werden, bevor man ihn bekämpfen kann

In den neuen Kriegen siegen nach Arquilla die Vielen und Kleinen über die Starken. Die Zeit der großen Schlachten ist zu Ende. Nun muss der Gegner erst einmal gefunden werden, bevor man bekämpfen kann. Das Militär müsse daher von einer "schießenden Organisation" zu einer "wahrnehmenden Organisation" werden. Und natürlich geht es um die Schwarmbildung, das Netzwerkkonzept schlechthin, in den Netzen und auf dem Boden. Man müsse selber Schwärme bilden, um Schwärme zu besiegen:

Now, swarming is making a comeback, but at a time when few organized militaries are willing or able to recognize its return. For the implications of this development -- most notably, that fighting units in very small numbers can do amazing things if used to swarm -- are profoundly destabilizing. The most radical change is this: Standing armies can be sharply reduced in size, if properly reconfigured and trained to fight in this manner. Instead of continually "surging" large numbers of troops to trouble spots, the basic response of a swarm force would be to go swiftly, in small numbers, and strike the attackers at many points. In the future, it will take a swarm to defeat a swarm. …

A networked U.S. military that knows how to swarm would have much smaller active manpower -- easily two-thirds less than the more than 2 million serving today -- but would be organized in hundreds more little units of mixed forces. The model for military intervention would be the 200 Special Forces "horse soldiers" who beat the Taliban and al Qaeda in Afghanistan late in 2001. Such teams would deploy quickly and lethally, with ample reserves for relieving "first waves" and dealing with other crises.

John Arquilla

Mag sein, dass gut vernetzte Soldatenschwärme nicht nur gegen Guerillagruppen, sondern auch gegen unbewegliche, schlecht ausgerüstete Armeen erfolgreicher sind, zudem weniger kosten und weniger Zerstörung mit sich bringen, aber Arquilla zeigt keine Lösung des eigentlichen Problems der militärischen Interventionen im Stil des amerikanischen "War of Terror": Was macht man, wenn man in das Land einmarschiert ist und die Gegner einen Guerillakrieg führen?

Das war das Problem, das die Bush-Regierung schon zu Beginn der Präsidentschaft beiseite geschoben und sich über Nation Building amüsiert hatte (Friedenssichernde Mission Made-in-USA). So hatte Bush im Wahlkampf 1999 gegenüber seinem Konkurrenten Al Gore klar gemacht: "Er glaubt an nation building. Ich denke, die Rolle des Militärs besteht im Kämpfen und im Gewinnen von Kriegen und daher primär darin zu verhindern, dass Kriege überhaupt entstehen." Jetzt müsste man, anstatt mit Schwärmen oder dem Prompt Global Strike zu kommen, aus dem Scheitern der Doktrin eigentlich zu lernen beginnen.

1 Kommentar 17.6.11 13:57, kommentieren

Zeit der Prüfungen –Vorklausuren, Anfang `94-

In diesem, nun ja, wohl doch etwas desolatem Zustand war es mir quasi unmöglich, Prüfungen zufriedenstellend zu bestehen. Ich musste mich ergo auf meine Kreativität verlassen. Auf das unkommentierte Talent, was Betrügereien jeglicher Art angeht! Der Zweck heiligte die Mittel und angesichts der Summe und der Qualität der Nachrichten, die durch die Gazetten geisterten, tendierte mein Unrechtsbewusstsein gen Null…im Nachhinein hat mich wohl mein Instinkt gerettet? (An dieser Stelle möchte ich ausserdem anmerken, dass sich mir –durch diese intensive Art, alternativer Vorbereitung- mehr greifbares und tieferes Wissen hineingeätzt hat, als bei der Mehrheit meiner Kommilitonen)

Gauner dieser Welt, es gibt ein Opfer, das ihr nicht betrügen könnt: das EIGENE ich!

2 Kommentare 16.11.07 23:43, kommentieren

Hallo Sohn!

Ich glaubte fast…Du hattest…was? Angst?? Wovor? Vor Dir selbst??

Das ist gänzlich unnötig! Ja, das ist irrational!!

Und das willst Du doch nicht- irrational sein- ODER?!?!

Die Art und Weise, wie Du neulich…nun, nennen wir es autobiographisch sensibel…wurdest, hat mich nachdenklich gemacht!Ja, fast diffuse Erinnerungen wachgerufen…

…..

Das Gute ist gut- das Böse aber, ist genial….

1.11.07 01:05, kommentieren

GZ, SZ....

Von Magischen Laternen und Bundestrojanern

Burkhard Schröder 12.10.2007

Ist die "Online-Durchsuchung" der einflussreichste Hoax der letzten Jahre?

Die mündliche Verhandlung über das NRW-Verfassungsschutzgesetz vor dem Bundesverfassungsgericht hat bis jetzt eines gezeigt: Die Durchsuchung privater Rechner, auch falsch "Online-Durchsuchung" genannt, ist der einflussreichste Hoax der letzten Jahre. Sogar einige Verteidiger des Gesetzes geben aber jetzt zu: Es war irgendwie alles anders gemeint mit dem Zugriff auf "Internet-Festplatten" (Verdeckter Zugriff auf Festplatten).

Die klassische Medien-Ente "Online-Durchsuchung" hatte mehrere Geburtshelfer: den Wunsch der Verfechter des Überwachungsstaats, das Internet als solches und seine Nutzer zu kontrollieren, ahnungslose Journalisten, die darauf verzichteten, die Fakten zu recherchieren und sich an der völlig abwegigen Idee eines "Bundestrojaners" festgebissen haben und nicht mehr davon lassen wollen - und die urbane Legende vom Hacker, dem magische Fähigkeiten zugedichtet werden, auch im staatlichen Auftrag. Dazu kommt vermutlich das vage Gefühl vor allem vieler Nutzer eines sehr verbreiteten Betriebssystems, das Bombardement des eigenen Rechners mit Würmen, Viren und Trojanischen Pferden sei eine Art Naturereignis wie der Hagel und der Blitz, dem man ohnehin kaum abhelfen könne und gegen das nur noch technischer Regenzauber wie eine "personal firewall" helfe.

Natürlich hatte Professor Dirk Heckmann, der Bevollmächtigte der nordrhein-westfälischen Landesregierung, völlig recht, wenn er laut FAZ bei der mündlichen Verhandlung sagte: "Es geht hier nicht um das Auslesen des gesamten Festplatteninhalts", sondern allgemein um "heimliches Beobachten und sonstiges Aufklären im Internet". "Heimlich" sei zum Beispiel "die Teilnahme an Internetforen unter falschem Namen." So banal kann es sein. Das war jedoch den Beamten des Innenministeriums vor der Neufassung des Verfassungsschutzgesetzes noch verboten. Niemand sprach in Karlsruhe mehr davon, private Festplatten durchsuchen zu wollen. Das konnte nur jemanden verwirren, der irrig davon ausging, es habe "Online-Durchsuchungen" bisher schon gegeben. Viel wichtiger war das Motiv bei der Formulierung des Gesetzes vor einem Jahr: Die tun was gegen das Böse, vor allem im Internet. Was genau, so hoffte man vermutlich, werde ohnehin niemand nachfragen.

Was die ursprüngliche Absicht des Gesetzes war, hat der nordrhein-westfälische Innenminister Dr. Ingo Wolf am 31.08.2006 bei einer Rede aufgelistet -und dabei auch unfreiwillig das allgemeine technische Niveau der Diskussion demonstriert: "Die Beobachtung von Internetseiten, Chats und auch das Eindringen in Rechnersysteme ist daher ein notwendiges Instrumentarium für einen wirksamen Verfassungsschutz." Vor einem Jahr sprachen Medien wie die Welt daher noch vorsichtig von "Internet-Kontrollen" und der "Kontrolle von Internet-Festplatten". Weder im Gesetz noch in der öffentlichen Diskussion steht und stand damals explizit etwas von einem Zugriff auf private Computer. Ausgeschlossen wurde es aber auch nicht - ein Einfallstor für die spannende Idee des Hackers im dienstlichen Auftrag.

 

Quelle: Telepolis- Artikel-URL: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24587/1.html

 


1 Kommentar 27.10.07 20:16, kommentieren

Die Gedanken sind frei...

Präsidenten salutierten und ratifizierten Scheisshauspapier- um nicht unweigerlich durchzudrehen, kommunizierten sich nur noch mit sich selbst…

Paragrafensprache macht sich auch im Unterbewusstsein breit- Ermessensentscheidungen des Willens…

Ich wischte mir den Arsch mit dem christlichen Manifest….

Schizophrene Ingenieure konstruieren unerschütterliche Bollwerke menschlicher Arroganz- feilen und schweißen zusammen, was die Natur getrennt hatte…

Abhängig beschäftigte Richter tanzten, an Nervensträngen dirigiert, immer neue Tänze…

Sei gerecht, und vermagst Du dies nicht, so lasse Willkür walten…

Aus ungezählten, winzigen Eiern schlüpften unzählige Fragen- wuchsen diese heran, so zertrat man sie…

Zwölfjährigen Mädchen wurde die Gebärmutter entfernt, um sie am ausbreiten zu hindern…

Alle Uhren dieser Welt wurden gleichgeschaltet, um Missverständnisse von vorneherein auszuschließen…

Das geflügelte Wort vom geprägten Schicksal wurde ersonnen, um Geschehensabläufe kontrollieren- und synthetische Drogen erdacht, um potentielle Nutzer kalkulieren- zu können…

Ein angeschwollener Parasit aus Perversitäten, des nicht enden wollenden 20. Jahrhunderts- Partys wurden organisiert, Befehle in Flyern platziert…

Die gesamte, zivilisierte Welt ist ein einziges Inszenarium- eine Oper in nie enden wollenden Akten…

Richter haben die Aufgabe, aufeinanderprallende Interessen der menschlichen Seele, in eine äquivalente Form zu gießen- viele von ihnen zerbrechen daran…in den Vereinigten Staaten haben sie es leichter: Sie kaufen sich die so genannte Intelligenz –Cash & Carry- und spannen sie für ihre Zwecke ein. Nur vergessen sie viel zu häufig, dass diese sich bereits verselbstständigt hat und somit nur allzu schnell ein Rollentausch stattfindet…

1 Kommentar 27.10.07 18:28, kommentieren