Willkommen in der Steinzeit II

Zwei Fotoserien dokumentieren die grausamen Folgen des Irak-Kriegs für die Zivilbevölkerung

Ausgerechnet das Magazin Focus, das nun wirklich nicht in dem Verdacht steht, antiamerikanisch zu sein, beschreibt in seiner Online-Ausgabe das mörderische Verhalten von US-Soldaten im Irak. "US-Soldaten töten wahllos Zivilisten", heißt es in dem Bericht bereits in der Überschrift. Und dann: "Schießwütige US-Soldaten gehören im Irak offenbar zum Alltag. Doch sie werden fast nie bestraft und offenbaren ihre Gräueltaten selten, wie jetzt einem US-Magazin."

 

Das US-Magazin ist The Nation, das mit ehemaligen Soldaten im Irak gesprochen hat. Das Ergebnis dieser Gespräche ist fürwahr erschreckend. Dazu schreibt Focus: "Dutzende der Interviewten wurden Zeugen, wie ihre Kameraden irakische Zivilisten niederschossen, darunter auch Kinder. Einige haben selbst mitgemacht. Zwar legen die Soldaten Wert darauf, dass sich nicht alle Truppen an dem wahllosen Töten beteiligen. Aber sie beschreiben die Gräueltaten als alltäglich – nur werden die Vorfälle in der Regel nicht gemeldet und werden auch fast nie bestraft."


 "Every good cop carries a throwaway," said Hatcher, who served with the Fourth Cavalry Regiment, First Squadron, in Ad Dawar, halfway between Tikrit and Samarra, from February 2004 to March 2005. "If you kill someone and they're unarmed, you just drop one on 'em." Those who survived such shootings then found themselves imprisoned as accused insurgents.

Dass es von diesen Gräueltaten – auch in unseren Medien - kaum Bilder gibt, scheint Teil der Propagandastrategie des US-Militärs zu sein. Schließlich schüren brutale Bilder von grausam getöteten Menschen Mitleid, aber auch Hass. Hass, der im Irak sich in weiteren Terror verwandeln könnte, und Mitleid, die im Westen den Ruf nach einer Beendigung des Krieges lauter werden ließe. Aber zumindest im Netz findet man solche Bildersammlungen. Beispielsweise die Fotos des bekannten britischen Journalisten Robert Fisk, die im Frühjahr 2003 im Irak entstanden sind – Titel "Pictures of Destruction and Civilian Victims of the Anglo-American Aggression in Iraq" und versehen ganz zu Recht mit dem Hinweis "Please note that some of these pictures are not suitable for small children and those who have weak hearts."

Und tatsächlich dokumentieren die Aufnahmen die grausamsten Folgen eines Krieges, der im Namen der Freiheit geführt wird. Man möchte zwar nicht, aber man sollte hinschauen.

Eine andere Bilderserie stammt vom dem Reuters-Fotografen Namir Noor-Eldeen - entstanden während einer US-Hubschrauber-Attacke auf vermeintliche Terroristen im südlichen Bagdad am 12. Juli dieses Jahres. Auch sie ist ein schreckliches Dokument eines noch schrecklicheren Krieges. Und bei dieser Arbeit starben aus bisher nicht genau geklärten Gründen auch der Fotograf und sein Fahrer. Aber sie waren beileibe nicht die einzigen Opfer dieses mörderischen Friedenseinsatzes.

1 Kommentar 31.7.07 11:11, kommentieren

Irgendwann um '94...

Das „gefährliche“ am berauschen war nicht das, was biologisch passierte, sondern eher das, was mental eintrat- man begann mehr und mehr zu sehen (zumindest meinte man das? Jetzt weiß ich, dass es durchaus stimmte ;-) Man sah die Welt mit anderen Augen –vielleicht auch nur mit schärferen? (Mittlerweile ist diese These sogar medizinisch bestätigt- ich sage nur: Grauer Starr! Aber egal..)

Jedenfalls konnte nur jeder, der noch ein Minimum an Verstand besaß, nicht leugnen, zunehmend zynischer zu werden- aber dies nicht gänzlich ohne Humor!

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Insofern waren die Verkäufer in gewisser Weise Dealer, die auf den Intellekt getrimmt wurden –oder auf die Eitelkeit?-. Der geneigte Konsument sollte sich lediglich darüber im Klaren sein, dass der Rausch ausschließlich auf eine bestimmte Form von Sensibilität…positiv wirkte! Was das Opfer in gewisser Hinsicht religiös machte- süchtig! Süchtig danach, irgendwas zu glauben!

29.7.07 17:01, kommentieren

+++Netfeed/Nachrichten +++

Piratenlogo verhindert Einreise

Deutsche Behörden verweigerten einem schwedischen Juristen wegen eines Piratbyrån-T-Shirts die Teilnahme am alternativen G8-Gipfel

Bekanntlich ging es auf dem G8-Gipfel in Heiligendamm neben dem Klima- auch um den Markenschutz. Während entsprechende Maßnahmen zum Klimaschutz nur "ernsthaft in Erwägung" gezogen werden sollen, so bekräftigten die Mitgliedstaaten dagegen in einer gemeinsamen [extern] Erklärung "nachdrücklich" ihr Bekenntnis zur Bekämpfung von Piraterie und Fälschungen. Wie es der Zufall so will, wurde kurz zuvor in Rostock einem Teilnehmer des Alternativ-Gipfels die Einreise aus Schweden verweigert - aufgrund eines T-Shirts mit Piratenlogo.

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Bei den Grenzkontrollen anlässlich des G8-Gipfels in Heiligendamm sollen letzte Woche allein im Zuständigkeitsbereich der Rostocker Bundespolizei 67 Personen zurückgewiesen worden sein - "Vermutlich konnte dadurch die Teilnahme gewaltbereiter Personen an den Veranstaltungen anlässlich des Gipfeltreffens verhindert werden" [extern] vermeldet dazu die Bundespolizei. Während in einigen konkreten Pressemeldungen von "für Autonome und Gewalttäter szenetypischen Utensilien wie beispielsweise schwarzen Kapuzen-Shirts und Vermummungsgegenständen" die [extern] Rede ist, die bei den Abgewiesenen festgestellt wurden, weiß die schwedische Tageszeitung [extern] Dagens Nyheter von einem anderen Fall zu berichten.

Demnach wurde Tomas Eriksson, der am 6. Juni mit seiner Freundin an einem Workshop des alternativen G8-Gipfels teilnehmen wollte, ebenfalls die Einreise verweigert. Allerdings waren es nicht Vermummungsgegenstände, die hier bei der Gepäckkontrolle an der Fährstation Rostock gefunden wurden, sondern ein schwarzes T-Shirt mit dem Logo der schwedischen Anti-Copyright-Organisation [extern] Piratbyrån (siehe Abbildung)


Diese hatte 2004 den BitTorrent-Tracker [extern] The Pirate Bay gegründet, deren Server von den schwedischen Behörden auf Drängen der amerikanischen Regierung am 31. Mai 2006 bei einer Groß-Razzia [extern] beschlagnahmt wurden, obwohl sich nach schwedischem Recht nur jene, die selbst urheberrechtlich geschützte Dateien anbieten, direkt strafbar machen. Eine Anklage (sei es auch nur wegen Beihilfe oder Anstiftung) konnte bis heute nicht erhoben werden. Erst vor wenigen Tagen wurde dem zuständigen Staatsanwalt Roswall zu diesem Zweck eine weitere, zweimonatige Fristverlängerung bewilligt, woraufhin eine der größten schwedischen Abendzeitungen in einem [extern] Leitartikel ihn dazu aufforderte, "endlich aufzugeben", und die Server zurückzuerstatten.

Eriksson und seine Freundin, in deren Koffer das T-Shirt gefunden wurde, wurden zunächst auf der Polizeiwache festgehalten und dann unter dem Vorwurf "eine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines EU-Mitgliedstaats darzustellen" auf die nächste Fähre gesetzt. Genaueres zum Vorwurf konnte Eriksson, von Beruf ausgerechnet Jurist, nicht in Erfahrung bringen, da der zuständige Beamte die Auskunft verweigert haben soll.

Ob die Bundespolizei das Logo, das übrigens von der [extern] Kampagne "Home Taping Is Killing Music" stammt, die die britische Plattenindustrie schon in den Achtzigern gegen Copyright-Verletzungen führte, tatsächlich erkannt hat, oder ob sie schlicht ein schwarzes T-Shirt mit Totenkopf-ähnlichem Logo gesehen hat, bleibt somit offen.

Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25481/1.html


2 Kommentare 29.7.07 17:29, kommentieren

Dienst ist Dienst....

...und Schnaps...jaja! Genug. Das kennen wir bereits...
Auch auf die ein- oder andere Schnapsidee ist man schon gestossen;
das aktuellste Exemplar dieser Gattung hat unlängst unser Arbeitgeber geliefert (wobei man ihm -objektiv betrachtet- ein gewisses, berechtigtes Interesse sicherlich nicht absprechen kann): Die Blockierung "einschlägiger" Websites auf den Firmenrechnern! neben den üblichen verdächtigen -EBay, Amazon etc.- finden sich auch gänzlich unbedenkliche Exemplare. Unbedenklich aus MEINER Sicht ;-)

Nun ja- Um das ewige Katz und Maus Spiel weiter treiben zu können, sehe ich mich leider gezwungen, diverse Tools in Anspruch zu nehmen...(diese werde ich übrigens peu à peu in einer eigenen Rubrik veröffentlichen)

Also...wider die kapitalistische Gängelei hier Gimmick No.1:

http://www.masterbootrecord.de/deutsch/filterfaker.php

Adiòs und einen entspannten Tag euch allen...

 

1 Kommentar 25.7.07 11:25, kommentieren

Geschafft...

...und zwar sowohl ich, als auch mein Umfeld! Naja, niemand hat behauptet, wir backen einen Friede-Freude-Eierkuchen!!

In diesem Sinne lasse ich nunmehr die Gedanken kreisen. Noch stehen uns alle Richtungen offen. Lassen wir uns überraschen...

###Code Delphi: Hier aufhören###

 

1 Kommentar 16.7.07 22:03, kommentieren

...:RÄUSPER:..

Stellen Sie sich vor, Sie könnten lesen! Gut? Nun stellen Sie sich vor, Sie könnten entscheiden, was Sie lesen wollen!! Besser??
Lesen oder lesen lassen- perfekt ^..^

 

Ich befürchte, dass, wenn ich mal alt bis -so richtig alt!-, 23 Klingen der innovative Standard sind, Persil die saubere Wäsche endgültig direkt verkauft -und sich nicht mehr mit dem waschen derselben aufhält-. Das am Reinheitsgebot gezergelt wird- Angriff auf die letzte Konstante...

Ich bin Ende 30- benehme mich wie Anfang 20! Ja. Und? :-}

Das heisst ich traue jedem- nur nicht dem Teufel, der in jedem steckt...

 


1 Kommentar 22.7.07 22:52, kommentieren

'89 ...

..war ein gutes Jahr! Zwar stand die Mauer noch. Doch sie bröckelte…es war überhaupt ein Jahr der Abschiede. Abschied von der Jugend. Abschied von der Ausbildung. Abschied von diffuser Ziellosigkeit…

Die ersten „Events“. Die diesen Namen überhaupt verdienten, trieben von der Insel rüber aufs Festland. Ich erfuhr von ihnen aus kurzen Berichten. Berichten , denen man keine allzu große Aufmerksamkeit schenkte.

Auf die Jahre zuvor zurückzublicken hielt ich für Zeitverschwendung. Nach vorne sollte es gehen…alles andere war ein Anachronismus- mit einleitendem Charakter…

Doch dazu später mehr- wenn ich daran denke ;-)

Es knisterte- und zwar gewaltig! Man konnte das Feuer noch nicht sehen. Doch die Hitze, die Funken, die Glut liessen mächtig hoffen…irgendwie war es so, als verliefe die Zeit nicht linear sondern parallel und als würde sie mal wieder straucheln. Deja Vù…

Es gefiel mir zunehmend, mich an der Peripherie zu bewegen. Weg von allem Zentralen. Zweifelsohne genoss man dort den besten Ausblick und mit etwas Glück und Geschick konnte man in die Mitte blicken und sich freuen, nicht eingepfercht zu sein…

Dann- so um Neunzehnneunzig begann der Tanz- der Tanz ums goldene Selbst…

Am Ende des Jahrzehnts saßen wir benebelt und selbstverliebt an Seen und Weizenfeldern. Wir hielten uns für unsterblich. Wir feierten den letzten Sommer des Jahres. Des Jahrhunderts. Des Jahrtausends…Instinktiv. War es so? Ich glaube, niemandem von uns ist es damals wirklich bewusst gewesen…

 

 

1 Kommentar 22.7.07 23:19, kommentieren